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Esna

Der Tempel von Esna gehört zu den vier südlichsten gut erhaltenen Tempel aus der Zeit der Ptolemäer (Griechen), die die Herrschaft mit Alexander dem Grossen in Ägypten übernahmen. 

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Esna / Latopolis

Von Luxor ca. 50 km entfernt liegt das altägyptische Iunit oder (Ta)-senet. Es wurde von den Griechen Latopolis genannt, nach dem Lates- Fisch, den die Bewohner verehrten und auf einem Friedhof westlich der Stadt beisetzten. 

An der gleichen Stelle liegen Nekropolen mit Menschenbestattungen aus dem Mittleren Reich bis in die Spätzeit. Die Stadt wird heute Esna genannt. 

 

Der Tempel von Esna ist dem Chnum, dem göttlichen Töpfer mit Widderkopf und einigen weiteren Göttern geweiht, von denen als bedeutendste Neith und Heka, der Göttin der Magie, genannt seien. Aufrecht steht heute nur die erste Säulenquerhalle, deren Westwand einst den Beginn des Tempelinnern bezeichnete. Die Reliefs an dieser Wand stammen aus der Zeit von Ptolemaios VI. Philometor und Ptolemaios VIII. Euergetes II. Einige der Szenen (Darstellung von Göttern und des Königs beim Vogelfang mit dem Netz) verdienen Hervorhebung. Von dem ursprünglichen Gebäude ist heute nur noch die zur Zeit des Imperators Claudius errichtete Hypostylvorhalle erhalten. In der koptischen Zeit wurde die Halle als Kirche benutzt, worauf auch ein in der Wand eingeschlagenes Kreuz hinweist. Später wurde die Halle als Baumwollager genutzt und trotztdem ist sie noch in einem guten Zustand.

Zum Bedeutendsten gehören allerdings Texte auf den Säulen, die ein klares und anschauliches Bild von den Festen des sakralen Jahres in Esna vermitteln, das in Form eines Kalenders als Säuleninschrift ebenfalls übermittelt ist. Hinzuweisen ist ferner auf zwei kryptographische geschriebene, d. h. verschlüsselte Hymnen an Chnum, die einmal nur aus Widderzeichen, zum anderen aus Krokodilshieroglyphen bestehen.

Die Decke wird von zwei Säulengruppen mit jeweils neun Säulen getragen. Auf der Höhe des Eingangsportales stehen seitlich, rechts und links je drei weitere große Säulen. Weiterhin ist die Decke der Halle des Tempels von Esna mit astronomischen Szenen und der religiösen Hauptfeste bemalt.

Ein Blick durch die Säulenhalle vermittelt dem Besucher einen Eindruck von der Bautechnik seiner Zeit.

An der Vorderfront des Tempels befinden sich zwischen den einzelnen Säulen Szenen, die den König mit verschiedenen Götter zeigen. Auf der Abbildung wird über dem König das Ankh - Zeichen als Form für das ewige Leben aus-gegossen. Gleichzeitig soll damit das ewige Königstum über Ägypten dargestellt werden.

Der Tempel von Esna stand in kultischer Beziehung zu kleineren Nachbarheiligtümer. Auf dem Ostufer des Nils, Esna gegenüber bei El-Hilla, im antiken Contralatopolis, stand ein kleiner Isis-Tempel aus der Ptolemäerzeit. Er wurde unter Ptolemäus IX. Soter II und Cleoprata Cocce dekoriert und unter Marc Aurel und Commodus mit einem 7,60 x 6,30 m großen Pronaos ausgestattet. Erhalten war noch das Steintor eines Pylons, ein 2 x 4- Säulen -pronaos mit Inschriften der Erbauer. An der Decke befand sich ein Zodiak. 

Das Tempelhaus mit einem zentralen Längsraum mit Seitenräumen und dem Opfertischraum. Das dahinter folgende Sanktuar war bereits damals verloren. An der Außenwand war der Sieg Ptolemäus III. über die Armenier, Perser, Thraker und Makedonier dargestellt. Der kleine Tempel wurde von der Napoleonischen Expedition als noch aufrecht stehend gezeichnet und fiel erst 1828 dem Bau eines Regierungsgebäudes zum Opfer.

Ein weiteres Heiligtum lag ca. 3.70 km nordwestlich von Esna. Die Napoleonische Expedition beschreibt auch diesen, El -Deir genannten Tempel als teilweise noch aufrecht stehend. Er wurde ebenso abgebrochen 1843 von den Türken, um eine Fabrikanlage aufzubauen.

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