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  Ägyptisches PaarImpressionen aus dem Ägypten der Pharaonen


Die Sieben Weltwunder der Antike

Die Pyramide von Keops 

Die Grosse Pyramide des Cheops wurde bei Giza, ca. 30 km nördlich von Memphis, gegen Ende seiner 23jährigen Regierungszeit fertig gestellt. Ihre Grundkanten haben eine Länge von 230 m und die Masse beträgt etwa 6,5 Millionen Tonnen Kalkstein, die zu einer Höhe von nahezu 150 m aufragen. Tagtäglich also wurden 285 Blöcke von je etwa zweieinhalb Tonnen aus den Steinbrüchen geholt, zugerichtet, zur Baustelle transportiert und an ihren Platz gehievt. Die Pyramide war aussen mit feinem weissem Kalkstein verkleidet. Der Schlussstein in luftiger Höhe, das Pyramidion, war mit Elektron, einer Gold-Silber-Legierung überzogen und reflektierte die Sonnenstrahlen als gleissendes Lichtbündel.

Wie konnten die Ägypter solch gewaltige Bauwerke erschaffen, derart viele Steinblöcke auf einem Gebiet anhäufen und dabei komplexe mathematische Formeln berücksichtigen? Im Gegensatz zu vielen anderen Gesichtspunkten der ägyptischen Geschichte gibt es keine zeitgenössischen Aufzeichnungen, die darauf eine Antwort wissen. Die Architekten müssen jedenfalls sehr versierte Wissenschaftler gewesen sein, denn die Proportionen und Masse der Pyramide sind von überraschender Genauigkeit. 

Die vier Seiten der Pyramide weichen von den Kardinalpunkten des Kompass um weniger als das Zehntel eines Grades ab. Die Masse der längsten und kürzesten Seiten unterscheiden sich um weniger als 20 Zentimeter, und die Pflasterung rund um die Grosse Pyramide ist praktisch vollkommen plan; der grösste Höhenunterschied beträgt hier knapp 2,5 Zentimeter. Dabei muss diese Präzision mit den simpelsten Messinstrumenten , Stangen, Schnüren und vielleicht einer primitiven Art Wasserwaage zur Festlegung der Horizontalen, erreicht worden sein, die Ausrichtung beruhte  ausschliesslich auf Beobachtungen von Sonne, Mond und Sternen. Wir können heute nur mutmassen, wie all diese Aspekte zusammenwirkten.

An die 36 000 Bauleute, Steinmetzen und Hilfsarbeiter müssen nach neuesten Schätzungen direkt am Bau der Cheops-Pyramide beteiligt gewesen sein, weitere 10 000 Granitbrecher wühlten sich tief in die Steinbrüche von Tura auf der Ostseite des Nil. 

Die Arbeiter waren in Teams zu rund 200 Mann eingeteilt, und die Gruppen hörten auf so illustre Namen wie "die Tüchtigen" oder "die Kraftvollen"; eine solche Arbeitskolonne war dann nochmals in fünf Phylen zu je 40 Mann unterteilt. Beim ersten Morgengrauen rückten die Handwerker, Träger, Maler, Steinmetze aus ihrer Siedlung aus, erster Anlaufpunkt war die Küche. 

Dort erhielten alle Brot, Zwiebeln, Knoblauch und Bier, und mit dem kargen Versorgungspaket ging es dann in den von einer rund 10 m hohen Mauer umschlossenen sakralen Bezirk. Die Knochenarbeit konnte beginnen, sie dauerte bis Sonnenuntergang. Harter Gneis wurde in Assuan, mehr als 1000 km von der Baustelle entfernt, gebrochen und auf Nilbarken den Strom abwärts bis nach Gizeh befördert.

Neben dem Grab des Cheops wurde eine gut erhaltene Holzbarke gefunden, mit der der Leichnam wahrscheinlich transportiert worden war. Sie besteht aus Zedernholz, hat eine Länge von 43 m und misst an der breitesten Stelle 5,6 m. Einst diente das annähernd 5000 Jahre alte Wassergefährt als Grabbeigabe für den verstorbenen Herrscher. Allerdings fanden die Forscher die Barke nicht in einem Stück vor, sondern sie mussten sie aus mehr als 1000 Teilen zusammensetzen und erfuhren dadurch viel über die Schiffsbautechnik der alten Ägypter.

Nichts war zu aufwendig, um König Cheops' - "der Goldene, der die Feinde zerdrückt", so seine weiteren Namen - Haus für die Ewigkeit zu bauen. 23 Jahre herrschte der Gottkönig über ein vom Delta bis zum ersten Katarakt reichendes Staatswesen mit rund 1,5 Mio. Menschen. Als der Herrscher um 2580 v.Chr. das Zeitliche segnete, inszenierte die Priesterschaft das grösste Staatsbegräbnis in der Geschichte der Menschheit, ein religiöses Ritual, das die Mittler zwischen den Menschen und den Göttern jahrzehntelang geplant hatten. 

In manchen Pyramiden fand man magische Sprüche, die sogenannten "Pyramidentexte". Ein Beispiel:

"Eine Rampe zum Himmel wurde für ihn gebaut, damit er in den Himmel gelangen kann ... er fliegt wie ein Vogel, und er setzt sich wie ein Käfer auf einen leeren Platz in der Barke des Re nieder."

Mit der Rampe war vermutlich die Pyramide gemeint, und der magische Spruch sollte dem Körper des Pharaos helfen, zum Himmel aufzusteigen .

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