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Bequem über den Wolken

Tipps fürs lange Fliegen

Reisen ist schön, wenn nur der lange Flug nicht wäre. Doch wenn man sich bereits vorher Gedanken zum Flug macht, erreicht man sein Ziel bequemer.

Wer den Grossteil seines Gepäcks aufgibt, sitzt im Flugzeug komfortabler. Ist der Freiraum unter dem Vordersitz nicht mit Handgepäck verstellt, können die meisten Menschen auch in der Economy-Class ihre Beine bequem ausstrecken.

Auf diese Weise kann dem Economy-Class-Syndrom vorgebeugt werden. Darunter versteht man Probleme, die bei Menschen mit Venenerkrankungen bei langem Sitzen in enger, gebeugter Stellung auftreten können. Die Blutgefässe werden abgewinkelt, das Blut fliesst in die Beine und kann so das Thromboserisiko erhöhen.

Um dem vorzubeugen gibt es folgende Ratschläge:

Einen Gangsitz verlangen, damit man von Zeit zu Zeit aufstehen und herumgehen kann.

Stehen Sie immer wieder nach etwa zwei Stunden auf, um die Füsse zu vertreten. Idealerweise kann man so etwas auch mit einem Gang zur Toilette verbinden, um sich etwas frisch zu machen. Ausserdem können sie auch an den Ausgängen der Maschine ein wenig Gymnastik machen. Die Wirbelsäule wird Ihnen danken. Bitte denken Sie allerdings an Ihre Mitreisenden. Mit "Spaziergängen" während einer Filmvorführung, Turnübungen vor den Füssen und chronischem Aufstehen und Hinsetzen während des Essens gewinnen Sie nur wenig Freunde.

Aus dem Reisemagazin GEO SAISON stammt dieses kleine Gymnastikprogramm:

 

Fusspumpe

Füsse flach auf den Boden stellen. Abwechselnd (etwa im Sekundenrhythmus) Hacken und Zehen heben und wieder auf den Boden drücken (60mal)

• regt die Wadenmuskulatur an, dadurch wird das abgesackte Blut wieder hoch gepumpt.

Beinsteller

Knie abwechselnd beugen, bis die Hacken unter dem eigenen Sitz sind, dann so weit wie möglich strecken, als wollten sie jemandem ein Bein stellen (10mal)

• lockert das versteifte Kniegelenk, bringt Schwung in die Muskeln.

Nasenstüber

Abwechselnd das linke und rechte Knie in Richtung Nase heben.(10mal)

• lockert Hüftgelenke und -muskeln.
Bauchtanz

 Setzen Sie sich aufrecht, Schultern hängen lassen. Spannen Sie den Bauch an und versuchen Sie, den Rücken mit dem Bauch in die Rückenlehne zu drücken. Dann den Bauch so weit wie möglich herausstrecken (8mal)

• hält die Lendenwirbelsäule beweglich.

Baumkratzer Lehnen Sie sich zurück und stellen Sie sich vor, die Rückenlehne sei ein knorriger Baum, an dem Sie sich den Rücken kratzen wollen. Schieben Sie dazu den Rücken mit minimalen Bewegungen seitlich hin und her (20mal)

• lockert die Brustwirbelsäule
Umgucker

Den Kopf einige Male langsam nach den Seiten drehen und dazwischen das Kinn auf die Brust drücken. Nie kreisen - das kann Kopfschmerzen auslösen (8mal).

• lockert die Halswirbelsäule

Schulterkreisel Hier ist Kreisen erwünscht. Schultern vorne heben und nach hinten runterziehen (20mal).

• wirkt der gekrümmter Sitzhaltung entgegen
Grosser Seufzer Aufrecht sitzen, Füsse flach auf den Boden stellen, Ellbogen zu den Seiten wegstrecken. Hände kräftig gegeneinander drücken und die Luft durch die gespannten Lippen mit einem leisen »fffffffffff« entweichen lassen (10mal).

• aktiviert die Atmung
 

 

Ihre Kleidung sollte möglichst weit und luftig sein. Am besten eignen sich locker sitzende, leichte Hosen, keine eng anliegenden Hemden oder Blusen oder abschnürende Strümpfe. Synthetik-Stoffe empfehlen sich nicht, weil sie Schweiss nicht so gut aufsaugen.
In der Maschine sind meist mehr als 20°C. Während der Nachtflugzeiten wird die Luft in der Regel heruntergekühlt - etwa um 18°C. Am Fenster kann es dann kühl sein. Nehmen Sie besser einen Pullover im Handgepäck mit.
Wenn Sie eine zusätzliche Decke wünschen, sagen Sie es den Stewards oder Stewardessen. Jeder Platz ist ausserdem von vornherein mit einer Decke und einem Kissen ausgestattet.

Schuhe ausziehen und ein Paar Socken anziehen: So lassen sich die Füsse noch besser bewegen.

Wegen der trockenen Luft an Bord sollten Sie dreimal soviel Flüssigkeit zu sich nehmen wie am Boden.
Viel Saft (Achtung: Wenn Sie keine Eisstückchen mögen, müssen Sie das oft extra betonen) und kohlensäurearmes bzw. -freies Mineralwasser. Faustregel: Pro Flugstunde min. 0,25 l Wasser trinken.

Alkohol senkt die Sauerstoffsättigung des Blutes . Deshalb nur geringe Mengen trinken - das Ergebnis spüren Sie sonst erst nach der Ankunft, denn die Flughöhe verzögert die Wirkung des Alkohols zusätzlich erheblich.

Falls Sie die Schuhe ausziehen möchten (empfehlenswert, damit es keine dicken Füsse gibt), denken Sie bitte an ein paar dicke Socken zum Laufen, die jedoch nicht zu warm sein sollten. Manchmal gibt's so was sogar noch von der Fluggesellschaft, aber - darauf sollte man sich besser nicht verlassen.
 

Wer kürzlich eine Thrombose erlitten hat oder schon einmal während des Fliegens Probleme hatte, kann sich vom Hausarzt ein Medikament zur Blutverdünnung verschreiben lassen.
 

Die Druck - Veränderung beim Landeanflug ist für viele Säuglinge mit noch engen Gehörgängen schmerzhaft. Babys deshalb einen Schnuller (Nuggi) oder etwas zu trinken geben. Kleinkinder sollten unmittelbar nach oder mit einer Mittelohrenentzündung oder starken Erkältung nicht fliegen.

Für Schwangere bis vier Wochen vor dem Geburtstermin ist das Fliegen unbedenklich. Im anderen Fall verlangen Fluggesellschaften ein ärztliches Zeugnis, das bestätigt, dass die Geburt nicht unmittelbar bevorsteht.

Grundsätzlich darf aus gesundheitlichen Gründen jedermann fliegen, wer sich auf der Höhe eines schweizerischen Alpenübergangs wohl fühlt.


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